Ergotherapie bei Kindern - Wie läuft die Therapie ab?

Befundung

Im Zentrum der ergotherapeutischen Behandlung steht das Kind mit seinem Alltagsproblem, welches das Kind verändern möchte oder eine Veränderung von dessen Mitmenschen (Eltern, LehrerInnen, Kindergarten-pädagogInnen, …) erwartet bzw. erwünscht wird. Zu Beginn der Ergotherapie steht ein Gespräch mit dem Erziehungsberechtigten, um Auskunft über den Tagesablauf sowie Stärken und Schwächen des Kindes zu erhalten. Die Elternarbeit stellt grundsätzlich einen wichtigen Bestandteil der Therapie dar. Ergänzend kommen auch Fragebögen zum Einsatz, die wir Ihnen gerne auch vorweg per E-Mail oder Post zukommen lassen, um Zeit bzw. Kosten zu ersparen. Anschließend erfolgt die ergotherapeutische Erstbefundung. Hiebei erfolgen einerseits klinische Beobachtungen ihres Kindes bei Alltagstätigkeiten (wie z.B. das Anziehen, Knöpfen, Schreiben, Balancieren, usw.) anderserseits kommen standardisierten Testverfahren zum Einsatz. Die Ergebnisse der Befunderhebung besprechen wir in einem Elterngespräch ohne Kind. Bei der Terminvergabe für Elterngespräche sind wir flexibel, damit beide Elternteile dabei sein können und die Kinder untergebracht sind. In jedem Fall erhalten Sie praktische Anregungen zur Umweltgestaltung und Förderung im Alltag. Nach Durchsicht aller eingeholten Informationen wird im Anschluss ein individueller Behandlungsplan für ihr Kind erstellt und gemeinsam mögliche Therapieziele formuliert.


Therapie

Wenn wir eine Therapie vereinbaren, erhalten Sie einen Fixtermin (üblicher Weise eine Stunde 1-2x wöchentlich) bei einer bestimmten Therapeutin. Stellen Sie sich auf eine Therapiedauer von mindestens 20 Einheiten ein. Nach 20-30 Einheiten legen wir in jedem Fall eine Therapiepause ein, oft sind zu diesem Zeitpunkt auch schon alle Therapieziele erreicht. Im Anschluss erfolgt die individuell gestaltete, ergotherapeutische Behandlung. Die individuelle Entwicklung des Kindes wird durch spezielle Therapiekonzepte, wie z.B. Bobath- Konzept, Sensorische Integration, Affolter, gefördert. Hierbei kommen eine Vielfalt therapeutischer Mittel (z.B. Bälle, Murmeln, Stifte, Spiele, …) zum Einsatz. Das Spiel, v.a. bei jungen Kindern, gibt unter anderem großen Aufschluss über den Entwicklungsstand des Kindes. Was zunächst nach blosen „nur Spielen“ aussieht, ist jedoch ein zentraler Entwicklungsbaustein für nachfolgende Fertigkeiten. Erarbeitete Übungsinhalte werden anschließend in alltägliche Situationen verpackt. In den letzten 10 Minuten der jeweiligen Therapieeinheiten werden gerne therapierelevante Informationen besprochen bzw. darf Ihnen ihr Kind zeigen, was ihm in der Einheit gelungen ist.


Abschlussbefund

Nach Beendigung der vereinbarten Therapieeinheiten erfolgt eine erneute Befundung, um den Therapieerfolg zu evaluieren. Sie erhalten einen ausführlichen ergotherapeutischen Abschlussbericht.

© 2020 Sabrina Morawetz